Kfz-Versicherung: Was treibt die Preise wirklich?
Marktführer HUK-COBURG erläutert Details und Zusammenhänge – rechtzeitige und umsichtige Angebots-, Preis- und Unternehmenspolitik ist erfolgt – Preisvergleiche für Autoversicherung lohnen sich im diesjährigen Wechselgeschäft für Kunden noch mehr als sonst

Es ist nicht ausschließlich die Inflation, die die Preise in der Kfz-Versicherung nach oben getrieben hat. Vielmehr sind es trotz aktuellem Inflationsrückgang die deutlich über der Inflation liegenden Kosten für Ersatzteile, die hohen Stundenverrechnungssätze in den Werkstätten sowie eine neue Schadenrealität.
Die Zusammenhänge und Folgen dieser Entwicklungen für Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher stellte Dr. Jörg Rheinländer, Vorstand Autoversicherung sowie Haftpflicht-/Unfall-/Sachversicherungen des Marktführers für Kfz-Versicherungen HUK-COBURG, Medienvertreterinnen und -vertretern vor. „Kundinnen und Kunden sollten weiter Preise vergleichen. Mehr denn je kommt es darauf an, wie kostengünstig Versicherungsunternehmen wirtschaften und welche Produkte sowie Leistungen sie im Angebot haben“, führte Rheinländer aus.
Die Faktoren für die Preis- und Prämienentwicklung im Einzelnen:
Ersatzteilpreise: Treiber Nummer 1
Um bis zu fast 43 Prozentpunkte gehen in der 10 Jahres-Betrachtung
der Verbraucherindex und die Ersatzteilpreise für Kfz-Reparaturen
auseinander. 2017 betrug der Unterschied in der Preisentwicklung
lediglich knapp 14 Prozentpunkte. Während die Verbraucherpreise sich
seit Anfang 2013 um knapp 28 % erhöhten, stiegen die Reparaturkosten im
gleichen Zeitraum überproportional um mehr als 70 %. „Damit sind die
Ersatzteilpreise, die die Automobilhersteller festsetzen, seit Jahren
Treiber Nummer 1 der steigenden Kfz-Prämien. „Trotz sinkender Inflation
ist die Teuerungsrate für Ersatzteile nach eigenen Berechnungen aktuell
immer noch doppelt so hoch wie die Inflationsrate“, macht Rheinländer
deutlich. „Diese Preispolitik, die Kosten künstlich nach oben treibt,
ist nicht nachzuvollziehen“, kritisiert Rheinländer und fordert eine
moderatere Preispolitik.
Stundenverrechnungssätze der Werkstätten für Unfallreparaturen: seit 2021 überproportional gestiegen
Die Stundenverrechnungssätze der Werkstätten für Unfallreparaturen
sind vor allem seit 2021 überproportional gestiegen. Davon betroffen
sind Lackierarbeiten, aber auch Arbeiten an Karosserie und Mechanik.
„Wir beobachten in der Spitze Netto-Löhne in Höhe von bis zu 400 € die
Stunde“, führt der Kfz-Versicherungsvorstand aus. Die Preise seien
kontinuierlich gestiegen, insbesondere nach der Corona-Pandemie. Die
letzte Preissteigerungsrunde fiel mit ca. 10 % besonders hoch aus.
Allerdings lag auch der Vorjahreswert mit ca. 7 % deutlich über der
Inflationsrate.
Längere Mietwagendauer: Viele Ersatzteile auch nach sechs Monaten nicht lieferbar
Fehlende Ersatzteile aufgrund von Lieferschwierigkeiten verzögern
Reparaturen und führen zu längerer Mietwagendauer. „Unsere
Partnerwerkstätten bestellen im Durchschnitt wöchentlich 50.000
Ersatzteile für rund 8.000 beschädigte Fahrzeuge“, führt Rheinländer
weiter aus. „Bei rund 650 Fahrzeugen waren die Ersatzteile nicht in der
ersten Woche verfügbar“. Das seien immerhin 8 % der zu reparierenden
Fahrzeuge. Bei 300 Autos seien die Ersatzteile auch nach sechs Monaten
nicht verfügbar gewesen. „All das führt zu längeren Standzeiten und
kostet Geld. So sind im vergangenen Jahr 45,2 Mio. € Kosten für
Mietwagen entstanden, die unter anderem aus der längeren Bereitstellung
für die Ersatzmobilität resultieren. Das sind 7,9 Mio. € mehr als 2022
und entspricht einem Anstieg von über 20 %. Auch das belastet die
Bilanz“, kommentiert Rheinländer diese Entwicklung.
Entwicklung der Schadendurchschnitte wirkt sich insbesondere bei der Kasko-Versicherung aus
Schadendurchschnitte nehmen ebenfalls zu. Insgesamt stiegen die
Schadendurchschnitte in der Kfz-Haftpflichtversicherung bei Sachschäden
nach unseren Berechnungen in den Jahren 2021 auf 2022 um gut 12 %, von
2022 auf 2023 um knapp 10 % und von 2023 auf 2024 um 7 bis 9 % in der
Erwartung. Dagegen hatten sich die Schadendurchschnitte in den Jahren
2014 bis 2018 im Mittel nur um gut 3 % verändert. Ähnlich entwickeln
sich die Schadendurchschnitte auch in Kasko bei Kollisionsschäden. „Das
ist ein signifikanter Unterschied und macht deutlich, wie sehr sich die
Schadendurchschnitte in den letzten Jahren kontinuierlich verteuert
haben,“ so Rheinländer. Hier wirkten sich auch die zunehmenden und
ebenfalls höher ausfallenden Elementarschäden aus. „Wir haben eine
Kasko-Krise“, beschreibt Rheinländer die aktuelle Situation.
„Diese Entwicklungen galt es rechtzeitig zu erkennen, um langfristig für Verbraucherinnen und Verbraucher ein verlässlicher Versicherungspartner zu sein. Das heißt für uns als Versicherungsunternehmen auf der einen Seite rechtzeitig und angemessen Preise anzupassen, auf der anderen Seite aber genauso rechtzeitig Schaden-Vorsorge zu treffen. Beides haben wir getan“, unterstreicht er.
Rechtzeitig Schadenreserven gestärkt und angemessen Prämien erhöht – weiter Kostenführer mit günstigen Preisen
Bereits 2022 – dem Beginn der stark steigenden Preisindizes – hat die
HUK-COBURG verantwortungsvoll die Prämien erhöht, zählt aber trotzdem
weiter zu den günstigsten Anbietern im Markt. Die Schadenreserve in der
Kraftfahrt-Haftpflicht wurde in diesem Zeitraum ebenfalls deutlich
gestärkt. So wurden 2022 für Personenschäden 90 Mio. Euro reserviert,
2023 kamen noch einmal 105 Mio. € dazu. Nach Einschätzungen Rheinländers
sei die HUK-COBURG eines der ersten Unternehmen, das rechtzeitig auf
die neue Schadenrealität reagiert habe.
Kundinnen und Kunden honorieren Preispolitik und Angebot: Steigendes Neugeschäft in Kfz
Kundinnen und Kunden honorieren die Preispolitik und das Angebot der
HUK-COBURG. So konnte das Unternehmen in diesem Jahr bisher ihr
Kfz-Neugeschäft um über 20 % von 1,0 Mio. Stück auf 1,2 Mio. Stück
steigern. Rheinländer zeigt sich damit zufrieden: „Diesen Erfolg führe
ich zum einen auf die guten weit unter Markt liegenden Kostenquoten der
HUK-COBURG zurück sowie auf unser attraktives Produktangebot“. So bietet
die HUK-COBURG einen Kasko Select-Tarif an, der im Vergleich zum
Normaltarif um 20 % günstiger ist und bei Reparaturen eine
Werkstattbindung vorsieht. Zusätzliches Sparpotential enthält aber auch
der Telematik-Tarif, der umsichtiges und sicheres Fahren mit einem bis
zu 30-prozentigen Bonus belohnt.